Chili gegen kalte Füße - im Ernst?

Erstellt am 19.12.2016 09:00 von Claudia Marra

Anscheinend ja. Zumindest wenn man Karin Hertzers Buch “Nie wieder frieren” Glauben schenkt. Es soll Chili-Einlagen für die Schuhe geben, die die Füße erwärmen.

Ein Blick nach Japan bestätigt: Da ist es Brauch, Chilischoten - in Garze eingewickelt - in die Schuhe zu legen, um schneller warme Füße zu bekommen.

Chili gegen kalte Füße?

Was hat es für sich?

Die Schärfe von Chilischoten kommt vom Wirkstoff Capsaicin. Dieser ist auch dafür verantwortlich, dass uns beim Essen von Chili warm wird: “durch Wirkung auf spezifische Rezeptoren” ruft er “einen Hitze- oder Schärfereiz” hervor. Deshalb funktioniert er auch bei Berührung - zum Beispiel, wenn wir uns aus Versehen mit Chili-Fingern die Augen reiben.

Es gibt zum Beispiel wärmende Pflaster mit Capseicin-Extrakt, aber auch Salben und Cremen gegen Muskelverspannungen. Es gibt sogar einige Produkte wie wärmende Unterwäsche und Decken, die Capseicin verwenden.

Warum also nicht auch an den Füßen? Da soll das Capsaicin die Durchblutung der Zehen anregen.

Achtung Irritationsgefahr!

Aber Achtung: Es gibt einen guten Grund, weshalb Japaner die Chilischoten in Garze einwickeln. Der direkte Hautkontakt könnte ganz schön irritieren, besonders bei wunden Stellen wie Blasen. Auch wenn so manche Ratgeber behaupten, man könne z.B. Cayennepfeffer in die Innenseite der Socken streuen, lässt man es lieber. Probieren Sie es mal mit einer Garze, oder mit einer doppelten Schicht von Socken.

Aber auch da, Achtung: Chili färbt rötlich - denken Sie daran, bevor Sie Ihre weißen Socken aufopfern!

Warme Füße

Unser Fazit

Es ist sicher Vorsicht geboten: Im Zweifelsfall macht es ein Paar warme Zehensocken und ein wenig Fußgymnastik auch.

Aber richtig angewendet hat Capsaicin ein enormes Potential - vielleicht finden wir bei Knitido auch einen Weg, es in Zehensocken einzustricken…?